Kohleofen - die alte, neue Art zu heizen
Bei Ölpreisen, die fast ins Unermessliche steigen, bietet der Kohlenofen eine durchaus konkurrenzfähige Alternative in der
Heizungstechnik. Gerade, wenn es sich um die Beheizung überschaubarer Räumlichkeiten handelt, ist der Kohlenofen mit seiner behaglichen, altvertrauten Wärme ein praktischer und zuverlässiger Gefährte, der die Kälte austreibt und auch bei klirrendem Frost in Wintertagen eine angenehme Raumatmosphäre schafft.
Aus Kohle werden Strom und Wärme gewonnen
Kohle ist ein festes, schwärzliches oder bräunlich schwarzes Sedimentgestein, das durch die Karbonisierung prähistorischer Pflanzenreste entstanden ist. Wesentlicher Bestandteil der Kohle ist das chemische Element Kohlenstoff. Um Wärme zu erzeugen, wird Kohle als fester Brennstoff genutzt. Bei der Verbrennung von Kohle wird Energie freigesetzt, die zum Heizen herangezogen werden kann. Kohleverbrennung wird weltweit wohl derzeit als die am weitesten verbreitete Technik zur Erzeugung elektrischer Energie verwendet. Aus Kohle werden in Weiterverarbeitungsprozessen Grafit und Koks hergestellt. Brennwerte aller möglichen Brennstoffe werden mit dem Vergleichsmaßstab „Steinkohleeinheit“ gemessen. Bei der Verbrennung von Kohle wird etwa doppelt soviel Kohlenstoffdioxid produziert wie bei Erdgas und etwas mehr als bei der Verbrennung von Erdöl.
Öfen für Kohle und Holz
Die Funktion von Kohlenöfen ist im Prinzip überall gleich: Der Verbrennungsvorgang geschieht in einer Verbrennungskammer, dem so genannten Feuerungsraum, mit einem meist regelbaren Abzug und einem Ascherost, durch den Verbrennungsrückstände in einen darunter befindlichen Aschenkasten fallen. Der Aschenkasten ist herausnehmbar und so können Verbrennungsrückstände und Aschereste problemlos entsorgt werden.
Kohleöfen werden durch ihre oftmals klassische Formgebung gern als dekorativ-gestalterische Elemente in behaglichen Wohnräumen genutzt. Einige Ausführungen verfügen über ein separates Wärmefach, das zusätzlich für die Zubereitung oder das Warmhalten zum Beispiel heißer Getränke herangezogen und genutzt werden kann. Dampfende Tassen oder Kannen auf dem befeuerten Ofen sind wohl der Inbegriff der winterlichen Gemütlichkeit und lassen Schmuddelwetter und „Väterchen Frost“ schnell nebensächlich werden. Tatsächlich können in Kohleöfen alle festen Brennstoffe genutzt werden, die auch einen geringeren Heizwert als Steinkohle haben. So erfreuen sich Braunkohlenbriketts, aber auch getrocknetes Holz wachsender Beliebtheit.
Holz muss trocken sein
Insbesondere bei Holz sollte dabei allerdings darauf geachtet werden, dass zur Verbrennung in Öfen ausschließlich gut durchgetrocknetes Holz verwendet wird, da die Dauerbeschickung mit waldfrischem Holz dazu führt, dass sich Kondensate nach und nach an Kaminwänden absetzen. Dort erhärten und verkohlen sie. Schließlich kann diese Schicht zu einem der gefürchteten Kaminbrände führen.
Generell ist bei der Feuerentfachung immer darauf zu achten, dass das Brenngut so geschichtet ist, dass ein optimaler Luftstrom von den Luftklappen zum Rauchabzug gewährleistet ist. Mit den Lüftungsklappen (Regelklappen) kann die Verbrennungsgeschwindigkeit und -intensität geregelt werden.
Wie der Schornsteinfeger hilft?
Das Aufstellen und Anschließen von Kohleöfen ist in der Regel problemlos. Wertvolle Tipps schon vor dem Einbau und noch während der Planungsphase gibt der zuständige Schornsteinfegermeister meist kostenlos. Bei der Planung des Aufstellortes ist zu bedenken, dass der Ofen eine feuerfeste Unterlage haben muss, die deutlich über die Grundmaße des Ofens herausreicht. Ebenso ist eine ausreichende Belüftung des Raumes zu gewährleisten, in dem der Ofen betrieben werden soll. Daneben sollten Kohleöfen über einen separaten Abzug (
Kamin) verfügen.
Einzelheiten klärt der Schornsteinfeger vor Ort. Dieser nimmt den neu aufgebauten Ofen auch ab und gibt ihn zur Benutzung frei. Bei der Entsorgung von Verbrennungs- und Ascheresten ist auf geeignete Gefäße zu achten und Sicherheitshinweise sind zu berücksichtigen. Die Brennkammer ist oftmals mit Schamott ausgemauert oder mit Schamottsteinen belegt, um eine optimale Wärmestrahlung zu gewährleisten.