Kugelschreiber - funktionale Alltagshelfer
Als im Jahr 1888 das Patent für den ersten Kugelschreiber angemeldet wurde, war noch nicht abzusehen, wie wichtig er einmal sein würde. Sie sind heutzutage Massenprodukte, die zuhause, in der Handtasche, in Brusttaschen von Oberhemden sowie Innentaschen von Sakkos und natürlich im Büro allgegenwärtig sind - und einem damit selbstverständlich erscheinen. Dabei erforderte die Technik dieser innovativen
Schreibgeräte eine lange Entwicklung.
Kugelschreiber und ihre Geschichte
Obwohl bereits 1888 ein erster Kugelschreiber patentiert worden war, dauerte es noch weitere fünfzig Jahre, bis ein Kugelschreiber hergestellt wurde, der dem heutigen Schreibgerät entspricht. Es war der Ungar László Biró, der diese ausgefeilte Technik entwickelte und nach dem der Kugelschreiber noch heute in vielen Ländern benannt wird.
Die Funktionsweise
Das größte Problem bestand anfangs darin, die
Kugelschreiber-Mine mit einer Tinte zu füllen, die nicht kleckste. Erst Ende der 1950er Jahre wurde eine ausreichend zähflüssige und schnell trocknende Tinte entwickelt. Das Kernstück des Kugelschreibers ist die Mine, an deren Spitze sich eine kleine Kugel befindet, die sich immer dann dreht, wenn der Stift über Papier oder anderes Material geführt wird. Oberhalb der Spitze ist die Mine mit Tinte gefüllt. Bei jeder Drehung der Kugel nimmt sie Tinte aus der Mine auf. Damit die Kugel der Mine ausreichend stabil ist, wird sie aus einem sehr harten keramischen Material hergestellt. Um den Kugelschreiber problemlos transportieren zu können, ohne dass die Mine ihre Tinte abgibt, kann sie mit einem Druckmechanismus mit Hilfe einer Feder in das Gehäuse gezogen werden. Dieser Mechanismus wird über einen kleinen Taster am oberen Ende des Kugelschreibers bedient, die Modelle nennt man
Druckkugelschreiber. Eine andere Technik stellt der
Drehkugelschreiber dar, in den die Mine hinein gedreht wird.
Variantenreichtum und Qualitätsunterschiede
Neben Druck- und Drehkugelschreibern gibt es
Mehrfarbkugelschreiber, die mehrere kurze Minen in verschiedenen Farben enthalten. Einfache
Einwegkugelschreiber verfügen nicht über einen Druckmechanismus, sondern werden durch eine Kappe vor dem Eintrocknen und Abfärben geschützt. Neben einfachen Minen aus Kunststoff und solchen aus Metall werden Großraum-Minen angeboten, die jedoch nicht in jedem Kugelschreiber Platz finden.
Wichtig für das Schreibgefühl ist die Strichstärke der Mine, die fein, mittel oder breit sein kann. Die unterschiedliche Stärke wird durch Kugeln in verschiedenen Größen zwischen 0,7 und 1,4 Millimetern erzeugt. Einwegkugelschreiber werden aus einfachem Kunststoff hergestellt, während die Gehäuse hochwertiger Kugelschreiber aus Metall bestehen.