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Digitalisierung ohne Wenn und Aber

Wenn optimieren, dann richtig. Halb digital und halb analog – das ist ein fauler Kompromiss, der nach Ansicht von Andreas Pinzker, Vizepräsident für strategische Beschaffung bei der Melecs GmbH, und Marco Weikl, Business Developer der Henrichsen AG, eine der größten Bremsen bei der Modernisierung im Einkauf ist. Beide sprachen neben Christoph von Lattorff, Head of International bei Mercateo, und Benjamin Storm, Head of Partnermanagement bei Mercateo, auf dem Mercateo Business Breakfast in einem Badehaus über dem Bodensee von digitalen Prozessen und Konsequenz bei der Optimierung.

„Von Maverick Buying Quoten halte ich gar nichts“, sagte Pinzker in seinem Praxisvortrag vor Gästen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Ganz oder gar nicht, lautet seine Devise. Um die Digitalisierung im Einkauf wirkungsvoll und konsequent durchzuhalten, sei es unumgänglich, die Mitarbeiter auf die Veränderungen in der indirekten Beschaffung vorzubereiten und sie vor allem nicht zu übergehen, „da sehen wir uns als strategischer Einkauf auch als Service Provider für die internen Schnittstellen“, sagte er bei der Veranstaltung. Bedarfsanforderer sollen selbst operative Handgriffe und ein Stück Verantwortung übernehmen, ohne dabei den vorgegebenen Beschaffungspfad zu verlassen. „Das funktioniert nur, wenn man die Nutzer für den Prozess begeistern kann“, sagte Pinzker am Bodensee. Das Unternehmen entschied sich deshalb für die Strategie: Freiheiten gewähren und Prozesstreue etablieren. „Auf Mercateo können sich die Leute jetzt selbst Informationen zum Produkt oder ihrer Bestellung ansehen, dementsprechend motiviert sind sie, sich auch selbst ihre Bedarfe auszusuchen“, so Pinzker.
Marco Weikl rückte in seinem Vortrag einen anderen Aspekt in den Vordergrund: die Abteilungsübergreifende Vernetzung. Ein Prozess, so Weikl, müsse von Anfang bis Ende digital laufen. Und genau daran hakt es noch immer bei den meisten Unternehmen. Die konsequente und einheitliche Digitalisierung bei kleinen Aufgaben sei der Schlüssel für große Wirkkraft. Er stellte diverse Lösungen vor, nannte als Beispiel etwa Scansoftware für Lieferscheine oder Texterkennung bei Auftragsbestätigungen. „Papier ist einfach nicht totzukriegen, obwohl es schon seit zehn, zwanzig Jahren eigentlich das papierfreie Büro geben sollte“, sagte er. Datensätze und Vorgänge sollten im modernen Einkauf aber so abgestimmt sein, dass alle Abteilungen reibungslos damit arbeiten können und sich ein durchgehender digitaler Prozess ergibt. Jeder Medienbruch ist eine Rolle rückwärts in der Optimierung.

Um die von den Rednern beschworene Konsequenz bei der Digitalisierung auch einzuhalten, braucht es laut Christoph von Lattorff, Head of International bei Mercateo, Vertrauen der Unternehmen. „Die drei Nationen, aus denen die Gäste kommen, sind insofern unterschiedlich, dass in Deutschland eher die Lösungen im Vordergrund stehen, während es in Österreich und besonders der Schweiz darüber hinaus auch darum geht, jemanden zu haben, der sie im Prozess begleitet“, sagte er. „Vertrauen steht bei den Ländern ganz weit oben.“

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