Medizinische Spritzen zur Verabreichung von Wirkstoffen
Medizinische Spritzen werden verwendet, um Wirkstoffe wie Medikamente, Vitamine oder Antikörper in wässriger oder öliger Lösung dem Körper zu zuführen, wobei man den Vorgang der Verabreichung als Injektion bezeichnet. Im Gegensatz zur Infusion ist die verabreichte Menge einer Flüssigkeit mittels einer Injektion deutlich geringer und überschreitet meist 20 ml nicht. Umgekehrt können medizinische Spritzen auch zur Entnahme geringer Flüssigkeitsmengen dienen, wie etwa die Blutentnahme aus einer Armvene zu Untersuchungszwecken.
Zum Umgang mit medizinischen Spritzen
Damit Arzneimittel nicht verwechselt werden, wird vor dem Aufziehen der Spritze und vor dem Impfen in Form einer Doppelkontrolle die 5-R-Regel angewendet, was auch zu dokumentieren ist. Anhand der 5-R-Regel wird geprüft, ob es sich um den richtigen Patienten, das richtige Medikament, den richtigen Zeitpunkt, die richtige Dosierung und die richtige Applikationsart. handelt. Im humanmedizinischen Bereich werden meist
Einmalspritzen verwendet, deren Mehrfachverwendung durch eingebaute Sollbruchstellen beim Versuch des erneuten Aufziehens ausgeschlossen ist.
Übersicht über die Applikationsarten für medizinische Spritzen
Medizinische Spritzen werden für unterschiedliche Applikationsarten genutzt:
Beispielsweise kann man für einen Allergietest Allergenextrakte mit einer
Tuberkulinspritze oberflächlich in die Haut (intracutan), Insulin mit einer
Insulinspritze in die Unterhaut (subcutan) oder einen Muskel (intramuskulär) sowie in eine Vene (intravenös) spritzen. Je nach Indikation ist auch eine Spritze in ein Gelenk (intraartikulär), in den Liquorraum (interathekal) oder zum Einbringen von Knochenmaterial mit einer
Knochenspritze in einen Knochen (intraossär) erforderlich. Mit einer
Ohrspritze wird nur gespült oder in der Anästhesie bzw. Intensivmedizin eine
Perfusorspritze als hinsichtlich des Volumens und den Zeitintervallen einstellbare Spritzenpumpe zur Abgabe von Betäubungs- oder Schmerzmitteln eingesetzt.
Eigenschaften von medizinischen Spritzen
Medizinische Spritzen unterscheiden sich neben dem Volumen in den Größen der nadelförmigen Kanülen (häufig in mm oder Gauge angegeben) und deren Spitzen. Die Spitzen sollen in jedem Fall über eine geeignete Graduierung verfügen.